Suizid

Schatten
Jeder Mensch hat einen Schatten, der ihn verfolgt und eine Vergangenheit, die ihn belastet. Um meinen eigenen Schatten zu sehen, muss ich dem Licht den Rücken kehren. Niemand kann seinem Schatten entfliehen oder die Vergangenheit ungeschehen machen. Aber jedem ist die Möglichkeit offen, sich der Sonne und dem Licht zuzuwenden.
Der Schatten ist immer noch da, aber mein Blick ist auf etwas größeres gerichtet.

 

Jedes Jahr in Deutschland nimmt sich ca. jede 40. Minute ein Mensch das Leben aus den verschiedensten Gründen.
Das sind im Jahr knapp
10.500 Menschen wovon ca. 5.000 noch minderjähirg sind! Die Dunkelziffer grade bei Todesfällen
von Kindern wird aber viel höher geschätzt. In vielen Regionen von Deutschland wird Suizid als 
eine Art Flucht vor dem Leben gesehen. 
In Bayern verweigern noch heute Friedhöfe eine Zeremonie zur Beisetzung eines Selbstmordopfers. Einige 
Eltern bzw. Familien lassen aus solchen Gründen oft einen Selbstmord für die Öffentlichkeit wie einen Unfall aussehen, aus 
Angst vor der Gemeinschaft. Keiner möchte versagen und als Elternteil in einer Kleinstadt oder unter Freunden als unfähig 
in der Erziehung gelten! In der Gruppe der 15- bis 39-Jährigen ist der Suizid gleich auf mit dem Unfalltod auf deutschen
Straßen. Frauen oder Mädchen sind dabei häufiger Anfällig für die Gedanken an ein vorzeitiges und selbst 
herbeigeführtes Ableben.

Auf der Suche nach den genauen Gründen für Selbstmorde findet man oft Kleinigkeiten vor. Kleinigkeiten für außenstehende!
Jeder Mensch hat Probleme und stuft diese anders ein. Für eine Person bricht die Welt zusammen wenn sie ihr Partner verlässt,
andere dagegen brauchen "nur" schlechtes Wetter und das Gefühl keine Freunde zu haben. Egal wie seltsam auch der Grund 
klingen mag, so muss er gravierend gewesen sein, weil die Hemmschwelle ist doch so groß für einen Selbstmord! Ein 
schwedisch-britisches Forscherteam ist auf einen Zusammenhang mit der Intelligenz der Selbstmörder gestoßen. Die 
Wissenschaftler von der University of Bristol, der Uppsala University und dem Karolinska Institutet in Stockholm stellten 
fest: Je intelligenter ein Mensch ist, desto geringer scheint sein Bedürfnis zu sein, aus dem Leben zu scheiden 
(British Medical Journal 2005; 22. Januar). Dieses Ergebnis soll keines wegs bedeuten, das ein Selbstmörder "dumm"
oder weniger Intelligent ist! Natürlich ist dieses Ergebnis auch nur gestützt auf wenige Daten und mit Formeln kann man sich
alles herbei rechnen. Bei dieser Studie konzentrierten sich die Forscher jedoch auf die männlichen "Opfer", weil sich deren 
Selbstmordverhalten deutlich unterscheidet von dem der weiblichen. Frauen/Mädchen unternehmen öfter als Männer/Jungs einen Versuch, sich 
umzubringen, allerdings mit weniger "Erfolg" – ihre Taten sind oft verzweifelte Hilferufe! Das Verhältnis der
Suizidrate von Frauen zu Männern liegt darum bei etwa 1:3

In den Letzten 20 Jahren stieg der Zahl der Suizidfälle in den meisten europäischen Ländern. Fast jeder Mensch hegt im Leben
einmal Selbstmordgedanken, egal in welchem Alter. Häufig stehen Suizidgedanken und Todeswünsche in Zusammenhang mit einer 
Depression. Der depressive Mensch leidet vor allem unter Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. In Zusammenhang mit einer 
Depression und Suizidgedanken stehen aber auch Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie die Erkrankung an Schizophrenie.

 


Wie kanm ich suizidgefährdeten Menschen erkennen?

Nehmen Sie jede Äußerung ernst, die eine Suizidankündigung zum Inhalt hat! Weitere Faktoren, 
auf die auf Sie achten müssen, können sein:


-Ordnen der persönlichen Dinge (wird oftmals von Angehörigen fälschlicherweise als positives Zeichen interpretiert) 

-Soziale Isolation und Vereinsamung

-Chronische körperliche Krankheiten 

-hohes Alter
 


Emotionale Krisen können einen Selbstmord auslösen. Der Verlust nahe stehender Verwandter und Freunde, die Gefahr einer 
auseinander gehenden Ehe, schwer wiegende Probleme und Enttäuschungen am Arbeitsplatz oder in der Schule sowie eine 
ernsthafte Krankheit sind Beispiele.

 


Wie kann ich helfen?

Sprechen Sie den selbstmordgefährdeten Menschen direkt auf die Thematik an. Sie verhindern keinen Suizid, indem Sie das 
Thema vermeiden. Depressive und gefährdete Menschen sind dankbar, über Selbstmordgedanken und die zu Grunde liegenden 
Probleme reden zu können und sich damit zu entlasten. 

Das heißt nun aber nicht, dass Sie die Stelle eines Psychotherapeuten übernehmen müssen. Sie sollten versuchen, 
den Betroffenen dazu zu bewegen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Begleiten Sie die Person zum Arzt, 
zum psychiatrischen Notfalldienst oder in ein Krankenhaus. Sie können die Person auch vor sich selbst schützen, indem 
Sie die Polizei verständigen, die gegebenenfalls die Einweisung in ein psychiatrische Klinik veranlasst.

 


Warum begehen junge Menschen Selbstmord?

Eine steigende Anzahl junger Menschen wählt Suizid als Lösung ihrer Probleme. Die Ursache hierfür mag einerseits in 
den ständig steigenden gesellschaftlichen Ansprüchen liegen, andererseits in der fehlenden Geborgenheit während der 
Kindheit. Arbeitslosigkeit, Alkohol und Drogen kommen hinzu.
Besonders gefährdet sind Alkohol- und Drogenabhängige, die sich durch ihren Missbrauch bereits in einer hoffnungslosen 
Situation befinden.



quelle: i-net