Vorurteile

 

Ein Vorurteil ist wie ein Arschloch, jeder hat eins!

 

Was wäre ein Leben ohne Vorurteile

Ganz kurz und knapp gesagt, es wäre wie ein Leben ohne Anwälte auf der Erde, Wunderschön aber zugleich tot langweilig! Jeder hat mit Vorurteilen zutun und/oder kommt mit ihnen in Kontakt. Es fängt schon an wenn man einen Menschen auf der anderen Straßenseite sieht und anhand seiner Kleidung den Gedanken im Kopf hat "das ist doch ein Vollidiot!" Kennt nicht jeder von uns die üblichen Geschichten über die Bauarbeiter die den ganzen Tag nur saufen anstatt zu arbeiten, deshalb die Kilometer langen Staus auf den Autobahnen, oder Arbeitslose wollen doch nur nicht arbeiten und alle Politiker haben doch eh keine Ahnung von dem was sie machen, Studenten sind arbeitsscheu und faul usw. Jeder von uns wurde zu 99% schon mal mit einem Vorurteil belegt und war selber Täter. 

Man gehört zum Beispiel einer Minderheitsgruppe an, einer bestimmten Szene. Man bekommt die witzigsten Sachen gesagt und wird in eine Schublade nach der anderen geschoben. Doch man selber sagt dann, die sind doch alle blöd und haben gar keine Ahnung von mir und meiner Szene oder Gruppe. (Achtung, Vorurteil) Heute wird man durch die Medien so vorbereitet das man Vorurteile haben muss. Objektivität ist wahrhaftiges Fremdwort für unsere Gesellschaft! 

 


Was sind also Vorurteile und warum gibt es sie

Ein Bestandteil unseres Lebens! Vorgelebt von den Eltern in der Kindheit, gezeigt vom Freundeskreis und den Medien. Alle Moslems sind Flugzeugfliegende Selbstmörder, Katholiken sind verklemmt und sowie so sind alle anderen doof und haben von nix eine Ahnung außer mir! Man muss sich die Frage nach dem Warum stellen! Warum bauen sich die Menschen Vorurteile auf? Sicher, wie in einer Sage gibt es auch hier einen Wahren Kern, weil von nichts kommt bekanntlich nichts. Vorurteile sind keine reinen Phantasiegebilde, das steht fest! Es gibt immer und überall wen, der das Vorurteil bestätigt und dafür sorgt das es auch weiterhin bestehen bleibt. Aufklärungsarbeiten sind meistens ohne Zweck weil ein Kampf gegen Windmühlen ist nicht zu gewinnen. 

Was wäre aber wenn jeder einmal wirklich total Objektiv durch das Leben geht nur für einen Tag? Es wäre Undenkbar! Das man mit Vorurteilen so klein sie auch sind andere Menschen verletzt ist den wenigsten bewusst. Meistens wird aus einem Vorurteil Mobbing. Was das heißt konntet ihr hier schon vorher lesen. Ist die Entstehung eines Vorurteils evtl am meisten darauf zurück zu führen, das wir vor etwas Angst haben oder es einfach nicht verstehen? Bauen wir somit eine Mauer um uns auf und versuchen andere zu verleumden und sie somit in der Masse klein zu halten. 

Diese Antwort scheint mir am besten dafür zu sein. Indem wir bestimmte Gruppen schlechter machen als sie sind, stehen wir selber besser da. Somit könnte man den zweiten Grund liefern warum es Vorurteile gibt. Jeder kennt es doch schon aus Schultagen, das eine Gruppe von Schülern mit Vorurteilen versucht, einen einzelnen schlecht zu machen. Es gibt ja dann die 3 Gruppen, die Täter, die Opfer und die Beobachter...was nach meiner Auffassung die schlimmsten sind. So ist es bei allen Vorurteilen, irgendwer muss sie ja zulassen, nimmt sie hin als selbstverständlich. Was allerdings auch ein Grund in vielerlei Hinsicht ist, ist die Erfahrung. Hat man einmal erlebt wie ein Mensch einer bestimmten Gruppe ist, oder sich verhält... merkt man sich so was. Man projiziert eine Schablone auf dann alle die Passen, leider!

 


Folgen der Vorurteile

Die Kluft zwischen Vorurteilen und Mobbing ist sehr klein und mit einer großen Brücke überschritten. Die Folgen die durch verbreitete Vorurteile entstehen sind fast keinem klar. Jeder denkt doch heute nur noch bis um die Ecke zum nächsten Bäcker und will das es nur ihm und seinen liebsten gut geht. Daran ist natürlich nichts falsch, aber wenn man dabei ohne Rücksicht auf Verluste geht, sollte man sich die Frage stellen ob das so gut ist. Im Anfolgenden Text könnt ihr eine Darstellung einer Freundin von mir Lesen, die ihr ganzes Leben mit Vorurteilen gelebt hat und leben wird! Menschen mit zum Beispiel "besonderen" äußerlichen Merkmalen trifft sowas meist als erste und sofort. Egal ob Kleidung oder wie gleich beschrieben...der Körper ansich! Jeder sollt daran denken...was mir keiner zufügen soll weil ich es nicht möchte, sollte ich keinem anderen zufügen!

 

Es gibt Tage, an denen ist es schlimmer.

Wenn ich auf eine Person treffe, die mich noch nie zuvor gesehen hat und mit der ich reden muss, stelle ich manchmal fest, 
dass diese Person offenbar sofort davon ausgeht, dass ich nicht oder nicht richtig sprechen kann.
Ich werde dann so kritisch beäugt, manchmal verzieht die Person dann ihr Gesicht so, als würde sie mich nicht richtig hören
können, weil ich zu leise bin.

In solchen Momenten könnte ich ausrasten.
Ich habe eine Erbkrankheit, die Schädel- und Gesichtsdeformationen mit sich bringt.
Eigentlich kann ich froh sein, denn bei mir wurde die Krankheit rechtzeitig erkannt und richtig behandelt. Andernfalls 
wäre ich heute geistig behindert.
Doch geistig funktioniert bei mir alles ganz gut.
Nur scheint meine Außenwelt das nicht immer vorauszusetzen.

Eigentlich werde ich ständig angeglotzt.

Die Leute nennen mich "behindert", pfeifen ihre Kinder nicht zurück, wenn die mich durch den Supermarkt verfolgen, nur 
um mich noch mal anglotzen zu können, sie tuscheln und bilden sich ihre Meinung, ohne auch nur einen Funken wirklich zu 
wissen.

Und fragen tut niemand.
...
Das gehört sich wohl nicht.
...
Es gibt sogar in meinem Bekanntenkreis Menschen, und das verletzt mich sehr, die ihre Freunde darauf vorbereiten, wenn 
diese mich das erste Mal zu Gesicht bekommen, zum Beispiel bei einer Geburtstagsfeier.
Da wird dann vorher regelrecht gewarnt, dass man sich ja nicht erschrecken soll, wenn man mich sieht.
Und dabei habe ich gekämpft. Fünfzehn qualvolle Operationen habe ich über- und durchgestanden, um meine Mitmenschen nicht 
mehr mit meinem Anblick zu schockieren als nötig. Und man sieht, dass ich operiert wurde.
Doch das zählt nichts, es ist einfach wortwörtlich "nichtig".

Viel interessanter sind doch die Spekulationen über mich, das Tuscheln hinter vorgehaltener Hand, bei Jugendlichen das 
Gelächter über mich.

Es ist nicht leicht für mich, damit umzugehen.
...
Und oft frage ich mich, wie ich auf diese Intoleranz reagieren kann, angemessen aber offensiv.
...
Ich komme zu keinem Ergebnis.

Neulich fragte mich ein sehr netter Mensch, der meine Lebensgeschichte mittlerweile kennt, wie ich noch so viel 
Lebensfreude haben kann, nachdem ich so viel Unschönes erlebt habe und immer noch erlebe, wahrscheinlich mein ganzes 
Leben erleben werde.
Diese Frage konnte ich nicht beantworten.
Vielleicht bin ich der Meinung, dass es weitaus Schlimmeres gibt als meine Krankheit und deren Folgen, meine Erfahrungen 
mit dem Umfeld und all das.
Ich weiß es nicht sicher.

Aber mit jedem Menschen, den ich kennen lerne, der mich einmal nicht blöd anschaut, nicht lacht, nicht tut als wäre er 
schwerhörig, mit jedem, der mich einfach offen anlächelt und mich behandelt wie jeden anderen auch, mit jedem solchen 
Menschen, der in mein Leben tritt, wird dieses Leben mehr wert. 

Und mit jedem dieser Menschen vergesse ich einmal mehr die andere Seite der Medaille.


(c) Melanie G.