Mobbing

 

Was ist Mobbing

Das Phänomen, das dahinter steckt, ist der lang andauernde Psychoterror in der Schule, am Arbeitsplatz oder sonst irgendwo im Sozialen Umfeld eines Menschen,, was im Übrigen keine Erscheinung jüngeren Datums ist. Unter Mobbing sind nicht die alltäglichen Schulkonflikte gemeint, sondern Handlungen negativer Art, die durch eine oder mehrere Personen gegen eine Mitschülerin oder einen Mitschüler
gerichtet sind und über einen längeren Zeitraum hinaus - ein halbes Jahr oder länger - vorkommen. Das gleiche gilt am Arbeitsplatz, wo oft von Kollegoium ein Mitarbeiter ausgesucht wird, der nicht in das allg. Bild der Gesellschaft past, oder der einfach noch neu ist.

Mobbing steht für alle böswilligen Handlungen, die kein anderes Ziel haben, als einen Mitmenschen "fertig" zu machen.
Dazu gehören etwa hinterhältige Anspielungen, Verleumdungen, Demütigungen, Drohungen, Quälereien oder sexuelle Belästigungen.

quelle: i-net

 


Wie entsteht ein "Mobber"

Es handelt sich leider um ein Phänomen, das sich durch alle soziale Schichten und durch alle Altersklassen zieht...

Am Mobbing beteiligt können Lehrerinnen und Lehrer sein, ebenso wie Mitschülerinnen und Mitschüler. Dasselbe gilt für die Welt der Erwachsenen. Dort sind es Vorgesetzte und/oder Arbeits- kolleginnen und- kollegen.


Was sind ihre Gründe zu "mobben"?
Es ist notwendig...


-als
Entlastungsventil für Aggressionen. Diese sind schließlich in der Schule entstanden ( z.B. wegen blöder Lehrer-Entscheidungen) und müssen auch dort entladen werden.

-zur
Festigung des Gemeinschaftsgefühls ("Alle gegen einen!", "Gemeinsam sind wir stark!").

-um sich die
Anerkennung zu holen, die einem zu Hause schon lange keiner mehr gibt.

-um
Macht zu missbrauchen (Ideal für Lehrer, die Voraussetzungen sind klasse...)


Um Kosten zu sparen:


-Mobbing wird von Vorgesetzten gezielt eingesetzt um Leute aus dem Betrieb wegzuekeln. So sparen sich Unternehmen teure Abfindungen!


Aus Angst:



-in der Schule zu versagen

-nicht ausreichend beachtet zu werden selbst zu den Mobbing - Opfern zu gehören

kurz: Seine Minderwertigkeitskomplexe an Mitschülern ausleben


Weil es sogar natürlich ist:


-In fast jedem von uns schlummert die Neigung zu unfairem Verhalten. Neid und Missgunst beherrschen unsere Seelen.

-Außerdem wird es den Mobbern ja auch leicht gemacht. Duckmäußerisch und blass schleichen Mitschüler durch die Gänge und zucken schon beim kleinsten Türenschlagen zusammen.

quelle: schueler-mobbing

 


Wer sind die Opfer

Vom Mobbing betroffen sind sowohl Frauen als auch Männer.

Allerdings ist das Mobbingrisiko für Frauen ein wenig höher. Die Opfer sind Schülerinnen und Schüler, Arbeitnehmerinnen und -nehmer jeden Alters, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Äußeren Erscheinung, ihrem Bildungsgrad oder ihrer ?beruflichen? Situation.

Psychologische Studien ergaben keine einheitlichen Persönlichkeitsstrukturen, weder bei gemobbten noch bei mobbenden Personen.


quelle: schueler-mobbing

 


Die Kosten, die durch Mobbing entstehen am Arbeitsplatz

Fehlzeiten:

-Kosten eines Fehltages: ca 103,00 € bis ca. 410,00 €

-Ein Prozent Krankenstand kostet für ein Unternehmen mit ca. 1000 Mitarbeitern ca. 204.520,00 € jährlich.

-Ein Prozent Krankenstand für VW kostet ca. 23,5 Millionen € im Jahr.

-Kosten der krankheitsbedingten Fehlzeiten insgesamt für die deutsche Wirtschaft ca. 51 Milliarden € im Jahr (1996).

Schwedische und norwegische Untersuchungen belegen, daß von Mobbing Betroffene häufiger Fehltage haben.

quelle: dgb.de

 


Der Verlauf und die Auswirkungen von Mobbing

-Mobbing ist ein dynamischer Prozess und vollzieht sich in Phasen. In einem typischen Mobbingverlauf spitzt sich die Situation zu, der Konflikt eskaliert - mit erheblichen Folgen für die Betroffenen und den Betrieb. Ein starres "Täter-Opfer"-Schema gibt es dabei nicht.

-Bei Mobbing handelt es sich um einen emotionsgeladenen Konflikt, bei dem beide Parteien mitwirken. Mobbing verfügt über eine Konfliktdynamik, bei der sich beide Seiten durch ihr Verhalten wechselseitig beeinflussen. Kritisch und charakteristisch bei Mobbing ist, dass sich das Kräfteverhältnis dramatisch zu Ungunsten der einen Seite verändert. Diese Situation können Mobbingbetroffene kaum noch aus eigenen Kräften, sondern nur mit fremder Hilfe bewältigen. Eine erfolgversprechende Intervention muss diese Wechselseitigkeit reflektieren, um den Prozess wirksam zu unterbrechen bzw. zu beenden.
Nicht alle "Opfer" sind und fühlen sich hilflos und ausgeliefert, sondern sehr wohl in der Lage, Mobbingprozessen entschieden entgegenzutreten.


Das Vier-Phasen-Modell

1. Phase

Die Suche nach dem Sündenbock (wenige Tage bis wenige Monate nach Beginn)
Die ersten Mobbinghandlungen sind wenig spektakulär und damit in ihrer Absicht kaum zu beweisen. Verhalten, Einstellungen und Merkmale dienen als Begründung dafür, dass jemand nicht in die Gruppe passt, "Probleme" bereitet, unfähig und unkollegial ist. Wehren sich die Betroffenen, verstärken sie ihre "Außenseiterrolle" und kommen in den Ruf, "übersensibel" zu sein. Es entwickelt sich zunehmend ein Klima der offenen und unterschwelligen Feindseligkeit, das geringe Chancen bietet, ein klärendes Gespräch zu führen. Diese gezielte Strategie der Verunsicherung und Zermürbung schwächt die Widerstandskraft der Betroffenen, die zunehmend in eine unterlegene Position geraten.


Die Folgen:
Das feindselige Arbeitsklima bewirkt bei den Betroffenen ein wachsendes Gefühl von Stress mit körperlichen und seelischen Belastungen: Nervosität und Angespanntheit, allgemeines Unwohlsein, Kopf- und Spannungsschmerzen, Konzentrationsprobleme, Herzrhythmus- und Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit mit depressiven Verstimmungen nehmen zu. Das kann zu Arbeitsfehlern, reduzierter Motivation, Reizbarkeit und geringerer Belastbarkeit führen. Schuld- und Versagensgefühle tragen dazu bei, dass Mobbingbetroffene sich immer weniger auf die Arbeit konzentrieren können. Weitere Konflikte sind somit programmiert.

2. Phase
Die Suche nach Verbündeten (ca. ½ Jahr bis ein Jahr nach Beginn)
In der zweiten Phase verdichten sich die Angriffe zu gezielten und systematischen Schikanen. Der ursprüngliche Konflikt ist vergessen, es geht zunehmend nur noch darum, den oder die Andere zu verletzen und zu drangsalieren. In diesem Stadium suchen sich Mobbing-Akteure vielfach "Verbündete" zur Stärkung und Rechtfertigung ihrer Position. Das etablierte Feindbild erhält zunehmend "Bestätigung" von allen Seiten.


Die Folgen:
Ständiger Druck mit aufkommenden Angstzuständen verstärkt die psychosomatischen Reaktionen und stört in wachsendem Maße das seelische Gleichgewicht. Die Betroffenen werden "dünnhäutiger" und/oder reizbarer, zeigen ihrerseits aggressive Verhaltensweisen und scheinen hierdurch weitere Übergriffe zu "rechtfertigen".

3. Phase
Die Eskalation (ca. 1 bis 2 Jahre nach Beginn)
Der Mobbingkonflikt spitzt sich zu und eskaliert. An dieser Eskalation mit gegenseitigen Schuldzuweisungen können beide Seiten beteiligt sein. In diesem Stadium kommt es häufig zu Abmahnungen, Versetzungs- und Kündigungsandrohungen. Häufige und langdauernde Krankschreibungen verschlimmern die Situation am Arbeitsplatz, erhöhen bei den Betroffenen vielfach Schuldgefühle und Versagensängste. Gleichzeitig können Gefühle der Ausweglosigkeit, aber auch der Wut und Aggression entstehen, was Dynamik und Bearbeitung des Konflikts außerordentlich verschärft.

Die Folgen:
Anhaltende Angstzustände und Gefühle der Ohnmacht und Ausweglosigkeit verstärken die körperlichen und seelischen Beschwerden. Die Belastungen am Arbeitsplatz dominieren auch das Privatleben. Abschalten ist nicht mehr möglich, die Betroffenen zermürben sich in permanentem Grübeln. Sie können sich kaum noch zur Wehr setzen.

4. Phase

Die Stigmatisierung ist perfekt (ca. 2 bis 4 Jahren nach Beginn)
Soziale Stigmatisierung und Ausgrenzung sind nahezu perfekt. Langfristige und wiederkehrende krankheitsbedingte Fehlzeiten erschweren die Bewältigung des Berufsalltags. Es kann zur Kündigung, zur Eigenkündigung bzw. Frühverrentung kommen.

Die Folgen:
Die ausgeprägten psychosomatischen Beschwerden können zu chronischen Erkrankungen und Zusammenbrüchen führen. In manchen Fällen sollen Alkohol und Tabletten die Beschwerden lindern. Panikattacken und Depression mit zwanghaftem Verhalten können auftreten und bis zur sozialen Isolation und zum sozialen Abstieg führen.

quelle: sozialnetz-hessen.de

 


Bin ich gefährdet

Obwohl es natürlich nicht angemessen ist, Mobbing-Opfer per se über einen gemeinsamen Kamm zu scheren, so teilen sie doch gewisse Gemeinsamkeiten. Oft werden Menschen gemobbt, die irgendwelche Auffälligkeiten haben - z.B. ein ungewöhnliches Äußeres, eine auffallende Art, sich zu kleiden oder zu sprechen, Behinderungen etc. Offenbar haben eine ganze Reihe von Menschen das Bedürfnis, sich von jedem, der auf irgendeine Art "anders" ist, abzugrenzen.
Viel entscheidender ist aber die sogenannte Opfer-Mentalität. Wenn wir zu den Menschen gehören, die Schwierigkeiten haben, eigenverantwortlich zu handeln, uns durchzusetzen, Grenzen zu setzen und für uns selbst einzustehen, dann strahlen wir das unbewußt durch unsere Sprache und Körpersprache aus. Menschen mit dieser Ausstrahlung sind die bevorzugten Opfer der Mobber.


quelle: infoquelle.de